Rechtsprechung
Aktuelle Rechtsprechung und Entscheidungen aus dem Immobilien- und Mietrecht.
Eigenbedarf – Zweifel bei Verhandlungen über Miethöhe
Der Vermieter kann eine Wohnung wegen Eigenbedarfs kündigen, wenn er die vermieteten Räume für sich oder seine Familien- oder Haushaltsangehörigen benötigt. Ein „Benötigen“ der vermieteten Räume ist gegeben, wenn der Vermieter vernünftige und nachvollziehbare Gründe für die Inanspruchnahme der Wohnr...
Kündigung bei Zugriff des Mieters auf Kautionskonto
Ein eigenmächtiger Zugriff des Mieters auf ein an den Vermieter verpfändetes Kautionsguthaben verletzt das vertraglich geschützte Sicherungsrecht des Vermieters und kann eine ordentliche Kündigung rechtfertigen. Dies hat das LG München I entschieden. Eine vom Mieter geleistete Mietsicherheit sollte...
Keine Mietpreisbremse bei Indexmieterhöhung
In Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten, in denen eine sog. Mietpreisbremse gilt, darf die Miete bei Neuabschluss eines Mietvertrages nicht um mehr als 10 % über der ortsüblichen Miete d.h. i.d.R. der Mietspiegelmiete liegen. Bei einer mietvertraglich vereinbarten Indexmiete beziehen sich die ...
Eigenbedarf – Neue Kündigungssperrfrist bei Änderung der Aufteilung
Die ordentliche Kündigungsfrist z.B. bei einer Kündigung wegen Eigenbedarfs ist abhängig von der Dauer des Mietverhältnisses und beträgt maximal neun Monate. Wurde an den vermieteten Wohnräumen jedoch nach Überlassung an den Mieter Wohnungseigentum begründet (Umwandlung) und das Wohnungseigentum ver...
Untervermietung an Touristen – Abmahnung schon bei Anbieten
Ein wichtiger Grund der den Vermieter zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt, liegt vor, wenn der Mieter die Rechte des Vermieters dadurch in erheblichem Maße verletzt, dass er die Wohnung unbefugt einem Dritten z.B. Touristen überlässt (§ 543 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Eine Untervermietu...
Tod des Mieters – Verschweigen durch Lebensgefährten kann Kündigungsgrund sein
Der wichtige Grund für eine Kündigung des Vermieters nach dem Tod des Mieters (§ 563 Abs. 4 BGB) muss sich an dem gesetzgeberischen Zweck der Vorschrift orientieren, nämlich zu verhindern, dass dem Vermieter ein unzumutbarer Mieter aufgezwungen wird. Erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit des Leb...
Nachlässigkeit ist nicht gleich Kündigungsgrund
Pflichtverletzungen des Mieters können den Vermieter zur ordentlichen fristgemäßen Kündigung berechtigen; bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen kann der Vermieter auch zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigt sein. Allerdings kann auch eine mehrfache Missachtung der dem Mieter obliege...
Ausnahme von Mietpreisbremse – Vorlage von Mietvertrag genügt
Nach den Bestimmungen über die sog. Mietpreisbremse (§§ 556 e, 556 g BGB) darf bei Neuabschluss eines Wohnungsmietvertrages die verlangte Miete nicht um mehr als 10 % über der ortsüblichen Miete liegen, die i.d.R. nach dem örtlichen Mietspiegel zu ermitteln ist. Eine Ausnahme besteht, wenn bereits d...
Klingelanlage – Umrüstung auf digitale Version nur mit Zustimmung des Mieters
Gemäß § 535 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietsache in dem vertraglich vereinbarten Zustand zu erhalten. In einem vom AG Charlottenburg entschiedenen Fall kündigte der Vermieter an, dass die Klingelanlage des Mietshauses ausgetauscht und die Bedienung der Klingelanlage danach über ein Smar...
Wohnungsbesichtigung – Fristlose Kündigung bei hartnäckiger Weigerung
Für den Mieter von Wohnraum besteht nach der Rechtsprechung des BGH eine vertragliche (Neben-) Pflicht, dem Vermieter – nach entsprechender Vorankündigung – den Zutritt zu seiner Wohnung zu gewähren, wenn hierfür ein konkreter sachlicher Grund vorliegt z.B. Feststellung von Mängeln. Diese Pflicht de...
Altbauwohnung – Salzausblühungen sind kein Mangel
Ein Mietmangel i.S.d. § 536 BGB liegt vor, wenn die Tauglichkeit der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder gemindert ist. Mangels besonderer Vereinbarungen zur Beschaffenheit der Mietsache liegt ein Mietmangel dann nicht vor, wenn der vorgefundene Zustand mit den zum Zeitpunkt der E...
Kündigung um 22:30 Uhr ist verspätet
Eine schriftlich auszusprechende Kündigung eines Wohnraummietvertrages geht nicht schon am dritten Werktag zu, wenn der Kündigende sie erst um 22:30 Uhr in den Briefkasten des Empfängers wirft. Dies gilt nach einem Urteil des LG Krefeld auch dann, wenn der Empfänger mündlich über den Einwurf und den...
Betriebskostenabrechnung – Bezeichnung „Tiefgarage“ ist unzureichend
Nach ständiger Rechtsprechung muss eine Betriebskostenabrechnung u.a. eine geordnete Zusammenstellung der Gesamtkosten enthalten. Dies setzt eine exakte Bezeichnung der angesetzten Betriebskostenpositionen voraus. Nicht ausreichend ist z.B. die Angabe „Versicherungen“, da nur Sach- und Haftpflichtve...
Hundehaltung – Zusätzliche Kaution ist zulässig
Die gesetzliche Begrenzung der Höhe der Mietkaution auf drei Monatsmieten verbietet nicht eine Überschreitung dieser Grenze zur Absicherung von zusätzlichen Risiken. Nach einem Urteil des AG Köpenick darf der Vermieter deshalb eine zweckgebundene Zusatzkaution beispielsweise für die Erlaubnis zur Hu...
Rückgabeprotokoll kann negatives Schuldanerkenntnis sein
Enthält ein Übergabeprotokoll die Feststellung bestimmter Schäden am Mietobjekt, kann dies dahin verstanden werden, dass vom Vermieter nur in Bezug auf diese Schäden noch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können; auch wenn tatsächlich noch weitere (erkennbare) Schäden am Mietobjekt vorh...
Tiefgarage – Mieter darf Auto nur 90 Sekunden warmlaufen lassen
Eine Besitzstörung i.S.v. § 862 BGB liegt vor, wenn der Besitzer (z.B. Eigentümer, Mieter) bei dem Gebrauch einer ihm zustehenden Sache durch Immissionen i.S.v. § 906 BGB beeinträchtigt wird. Dies wurde vom BGH bereits für Beeinträchtigungen von Mitmietern aufgrund des Rauchens z.B. auf dem Bal...
Mieterhöhung – Vergleichsobjekte müssen nur nach Art, Größe und Lage vergleichbar sein
Handelt es sich bei den zur Begründung eines Mieterhöhungsverlangens für eine Doppelhaushälfte genannten Vergleichsobjekten ebenfalls um Doppelhaushälften in unmittelbarer Nähe mit vergleichbarer Wohnfläche, kommt es nicht auf die Ausstattung und die Beschaffenheit der Vergleichsobjekte an. Gibt es...
Fristlose Kündigung bei Verweigerung von Schädlingsbekämpfung
Die nachhaltige Weigerung des Mieters, aus der Wohnung zeitweise auszuziehen und Maßnahmen zu einer von ihm zu vertretenden Schädlingsbekämpfung zu dulden, stellt nach einem Urteil des AG München einen wichtigen Grund dar, der den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung insb. dann berec...
Gaspreise – Vermieter darf Warmwasserversorgung nicht einstellen
Auch wenn die Gaspreiskalkulation des Vermieters durch die gegenwärtige Entwicklung des Gaspreises in Schieflage gerät, ist der Vermieter nach einer Entscheidung des AG Frankfurt/M. nicht – auch nicht aus „Fürsorge“ um die Mieterschaft, die er angeblich vor erheblichen Nachforderungen bewahren will ...
Wasserschaden – Fristlose Kündigung bei erheblich verspäteter Schadensmeldung
Der Vermieter kann ein Mietverhältnis aus wichtigem Grund außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ihm unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann (§ 543 Abs. 1 BGB). In dem vom AG München entschiedenen Fall stellte der ...