Rechtsprechung
Aktuelle Rechtsprechung und Entscheidungen aus dem Immobilien- und Mietrecht.
Eigenbedarf auch bei gewerblicher Nutzung?
Bei einer Eigenbedarfskündigung müssen die gekündigten Wohnräume grundsätzlich zu Wohnzwecken durch den Vermieter oder seine Angehörigen benötigt werden. Ein Benötigen zu anderen, z. B. gewerblichen oder beruflichen Zwecken stellt keinen Eigenbedarf dar. Benötigt der Vermieter die Räume nur teilweis...
Heizkosten – Beim Kürzungsrecht muss differenziert werden
Rechnet der Vermieter Heiz- und Warmwasserkosten entgegen den Bestimmungen der Heizkostenverordnung nicht verbrauchsabhängig, sondern ausschließlich nach dem Verhältnis der Wohnflächen ab, z. B. weil keine Verbrauchserfassungsgeräte vorhanden sind, hat der Mieter das Recht, den auf ihn entfallenden ...
Einseitiger Kündigungsausschluss zu Lasten des Mieters ist zulässig
Mieter, Vermieter oder auch beide Parteien können für einen bestimmten Zeitraum auf ihr ordentliches Kündigungsrecht verzichten. Ein Verzicht durch den Mieter hat für den Vermieter den Vorteil, dass ein nochmaliger kurzfristiger Mieterwechsel vermieden wird. Ein Verzicht des Vermieters stellt für de...
Bildung von Abrechnungseinheiten ist zulässig
Bei der Abrechnung der Betriebskosten darf der Vermieter grundsätzlich - bei preisfreiem Wohnraum nach billigem Ermessen (§ 315 BGB), bei preisgebundenem Wohnraum nach § 2 Abs. 2 S. 2 und 3 II. BV - mehrere Gebäude zu einer Wirtschafts- und Abrechnungseinheit zusammenfassen, soweit im Mietvertrag ni...
Betriebskostenabrechnung – beschränkte Erläuterungspflicht des Vermieters
Eine Betriebskostenabrechnung muss nach der Rechtsprechung des BGH auch für einen betriebswirtschaftlich und juristisch nicht geschulten Mieter nachvollziehbar sein. Daher ist der Vermieter zu gewissen Erläuterungen verpflichtet, z. B. erfordert die Nachvollziehbarkeit des Verteilerschlüssels, dass ...
Instandsetzungsanspruch des Mieters trotz fehlendem Eigentümerbeschluss
Nach der gesetzlichen Regelung des § 535 BGB muss der Vermieter die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand überlassen und sie auch während der Mietzeit in diesem Zustand erhalten. Der Vermieter muss dem Mieter die Mietsache daher nicht nur in einem vertragsgemä...
Eigenbedarf muss nicht sofort umgesetzt werden
Wird Wohnraum, der vom Vermieter wegen Eigenbedarfs für sich oder seine Angehörigen gekündigt wurde, nicht bezogen, wird der Vermieter häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, der Eigenbedarf wäre nur vorgeschoben gewesen, um den Mieter zur Räumung der Wohnung zu veranlassen. Gleiches gilt, wenn die Wo...
Fristlose Kündigung wegen zu geringer Mietfläche?
Ein wichtiger Grund im Sinne des § 543 Abs. 1 BGB, der den Mieter zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt, liegt vor, wenn ihm der vertragsgemäße Gebrauch der vermieteten Sache ganz oder zum Teil nicht rechtzeitig gewährt oder wieder entzogen wird. Voraussetzung ist, dass die Gebra...
Betriebskostenabrechnung nach Mietminderung
Bemessungsgrundlage für eine Mietminderung ist nach der neuen Rechtsprechung des BGH die Bruttomiete einschließlich aller Betriebskosten (BGH, Urteil v. 6.4.2005, XII ZR 225/03, WuM 2005, 384). Der Mieter kann daher auch Betriebskostenvorauszahlungen bzw. Pauschalen entsprechend mindern. Der Vermiet...
Erhaltungsklauseln und Ersetzungsklauseln – Differenzierung erforderlich
In Mietverträgen finden sich häufig immer noch sog. "Ersetzungsklauseln". Danach sollte im Falle der Unwirksamkeit einer Mietvertragsklausel (z. B. über die Verpflichtung des Mieters zur Durchführung von Renovierungsarbeiten) nicht die gesetzliche Regelung, sondern eine Regelung maßgebend sein, dere...
Geschäftsraummieter muss nicht für Gemeinschaftsflächen zahlen
Bei Mietverhältnissen über Geschäftsräume lässt die Rechtsprechung grundsätzlich eine weitergehende Abwälzung von Reparaturkosten auf den Mieter zu als bei der Wohnraummiete. Einem gewerblichen Mieter kann die Pflicht zur Erhaltung der Mietsache auch durch Allgemeine Geschäftsbedingungen überbürdet ...
Wohnungskäufer haftet für Verzug des Verkäufers
Liegt in der Mietwohnung ein Mangel vor und befindet sich der Verkäufer mit der Beseitigung des Mangels in Verzug (z. B. weil er den begründeten Mangel trotz Fristsetzung durch den Mieter nicht beseitigt hat), kann der Mieter seine Schadenersatzansprüche (z. B. Kosten für die Beseitigung des Mangels...
Auch schuldunfähiger Mieter kann gekündigt werden
Der Vermieter kann ein Mietverhältnis gem. § 543 Abs. 1 BGB fristlos kündigen, wenn ihm unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles, insbesondere eines Verschuldens des Mieters und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Mietverhältnisses bis zum Ablauf der Kündig...
Betriebskostenguthaben bei Insolvenz des Mieters
Der Vermieter kann mit rückständigen Mieten aus der Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Mieters nicht nur dann gegen den Anspruch des Insolvenzverwalters auf Auszahlung des Guthabens aus einer Betriebskostenabrechnung aufrechnen, wenn auch die Abrechnung vor diesem Zeitp...
Betriebskostenabrechnung – wann ist eine maschinelle Unterschrift ausreichend?
Eine Betriebskostenabrechnung muss vom Aussteller grundsätzlich eigenhändig durch Namensunterschrift unterzeichnet werden. Hat der Vermieter die Betriebskostenabrechnung jedoch mit Hilfe einer automatischen Einrichtung angefertigt, ist eine maschinelle Unterschrift ausreichend. Strittig war bisher, ...
Fristlose Kündigung – Mieter trägt auch Folgekosten
Der Vermieter kann das Mietverhältnis außerordentlich und fristlos kündigen, wenn der Mieter mit der Zahlung von 2 Monatsmieten in Verzug ist (§ 543 Abs. 2 BGB). Zieht der Mieter trotz der Kündigung nicht freiwillig aus, kann der Vermieter seinen Räumungsanspruch durch Einreichung einer Räumungsklag...
Staffelmiete – Beschränkung des Sonderkündigungsrechtes ist unwirksam
Bei Vorliegen einer Staffelmietvereinbarung kann der Mieter auch ein auf bestimmte Zeit abgeschlossenes Mietverhältnis vorzeitig kündigen, frühestens jedoch zum Ablauf von 4 Jahren seit Abschluss der Staffelmietvereinbarung (§ 557 a Abs. 3 S. 2 BGB). Hierzu hat der BGH in einem neuen Urteil entschie...
Betriebskostenverteilung – praxisfremdes Urteil
Eine vertragliche Vereinbarung, wonach Betriebskosten auf die einzelnen Parteien eines Mehrfamilienhauses nach den Wohn- und Nutzflächen umgelegt werden, gilt nach einem neuen Urteil des BGH auch für solche Betriebskosten, die sich der Wohnung konkret zuordnen lassen (z. B. Grundsteuer bei Eigentums...
Gartenkosten – Umlage trotz fehlender Nutzungsmöglichkeit
Die Kosten der Gartenpflege können durch vertragliche Vereinbarung auf den Mieter umgelegt werden. Gem. § 2 Nr. 10 Betriebskostenverordnung gehören hierzu die Kosten der Pflege gärtnerisch angelegter Flächen einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen, der Pflege von Spielplätzen (einsch...
Einzugsermächtigung im Formularmietvertrag
Der Mieter kann auch durch eine Klausel in einem Formularmietvertrag zur Erteilung einer Einzugsermächtigung für Mieten und Nebenkosten verpflichtet werden, da angesichts der erheblichen Rationalisierungsvorteile und der Kostenersparnis auf Seiten des Vermieters keine beachtlichen Nachteile des Miet...